 
Hämangiom
Angeborener, rasch wachsender Blutschwamm der Augenhöhle und des Lides

Angeborene Hämangiome (Blutschwämmchen) sind embryonale Tumore. Sie treten bei ung. 2-3%
aller Neugeborenen und 10 % der Frühgeborenen auf.
Bei der Geburt noch sehr klein, kann ungefähr jeder zehnte Blutschwamm vor allem im
ersten Lebensjahr deutlich an Größe zunehmen. In 90 % der Fälle jedoch kommt es bis zum Ende des 2.
Lebensjahres zu einer spontanen Regression der anomalen Gefäße und somit zu einer vollständigen Heilung.
Histologisch werden verschiedene Formen mit unterschiedlichem klinischen Verlauf
beschrieben. Z.B. kapillares Hämangiom, kavernöses Hämangiom etc. Sie können an allen vaskularisierten
Organen vorkommen.
Im Lid und Augenhöhlenbereich (Lidhämangiom, Orbitahämangiom) werden sie oft als
Zufallsbefund bei anderen Untersuchungen entdeckt, oder wenn ihre Anteile zur Lidhaut hinreichen.
Im Lid- und Orbitabereich sollten Hämangiome, je nach Wachstumstendenz und klinischem
Verlauf, sorgfältig und engmaschig kontrolliert werden. Verlaufskontrollen erfolgen am leichtesten mit
Ultraschall.
Bei tieferen Lokalisationen in der Augenhöhle oder bei einer Entscheidung zu einer
Operation ist eine MR - Tomographie mit Kontrastmitteldarstellung zur anatomischen Abgrenzung sehr
hilfreich.
Wenn eine spontane Verkleinerung und Regression nicht eintritt, oder klinisch auffällige
und funktionelle Defizite erkennbar werden, sollten unverzögert und besonders bevor irreversible
Komplikationen eintreten, Therapiemöglichkeiten eingeleitet werden.
Folgende Komplikationen der Lid und Orbita Hämangiome erfordern
unverzögerte Therapie:
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Zunehmende Ptosis (Hängelid) mit Gesichtsfeldeinschränkungen
-
Zunehmende Sehschwäche (Amblyopie) z.B. durch Aderhautfalten
-
Exophthalmus (Herausdrängen des Auges aus der Augenhöhle)
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Doppelbilder durch Motilitätseinschränkung des betroffenen Auges
-
Augendruckerhöhung (Glaukom)
-
etc.
Ziel ist es Hämangiome im Lid und Orbitabereich in deren Wachstumsphase nicht "aus dem
Auge zu lassen" um bei drohenden Komplikationen schon frühzeitig intervenieren zu können.
Therapiealternativen richten sich nach Lokalisation, Tiefenausdehnung und
Komplikationen. Diese sind:
Alle Alternativen sollten, je nach Gesamtkonstellation des Befundes und des Patienten,
sehr sorgfältig aufeinander abgeglichen und in erfahrenen Zentren möglicht zum richtigen Zeitpunkt
durchgeführt werden.
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